
Habt ihr euch jemals gefragt, wie es wäre für immer zu leben? Oder in der Lage zu sein, die Zeit anzuhalten, zu verlangsamen oder zurückzudrehen? Ihr wärt sicher nicht der erste und ganz sicher auch nicht der letzte. Wie jeder der einmal eine Vorlesung in Ökonomie oder ein „Greatest Hits“ Album von Celine Dion durchstehen musste bestätigen kann, kann Zeit sich dahinschleppen, während sie offensichtlich geradezu verfliegt, während man Spaß hat. (In mancher Hinsicht wundere ich mich, dass noch nicht die eine oder andere Fluggesellschaft dieses „Flieg und hab Spaß“ Thema in einem Werbespruch ausgebeutet hat. Tim zumindest hat Spaß beim fliegen und er ist ganz sicher nicht der einzige.)
Es gibt eine ganze Philosophische Schule, die sich um diesen Streitpunkt dreht. Wäre es a) großartig, oder b) Blödsinn? Wenn wir für immer leben würden, dann hätten wir genug Zeit alles zu tun, aber es gäbe eine gute Chance dafür, dass wir einen großen Teil dieser Zeit in einem Zustand der Altersschwäche verbringen würden. Ausserdem würden wir uns, ohne die natürliche Uhr, die für uns tickt, niemals darum kümmern unser Leben wirklich auszuschöpfen.
Ich werde mich heute aber nicht in Philosophie vertiefen. Ich werde nicht einmal diese Einleitung noch weiter ausdehnen (sonst wärt ihr wohl weniger der Ansicht, dass ihr gerade Spaß habt – habt ihr aber, vertraut mir). Ich wollte nur den Gedanken aufbringen, dass Zeit ziemlich wichtig ist, in World of Warcraft ebensosehr, wie überall sonst.

Online ist Zeit, durch die Veröffentlichung von Burning Crusade, gerade ein riesen Thema. Mein Mitbewohner kam neulich von einem harten Tag auf Arbeit und musste sich entscheiden, welchen Charakter er spielen sollte, damit er überhaupt eine Chance auf Schlaf hatte. Da existiert eine riesen Masse an Level 60ern, die plötzlich nach wegen suchen ihre Zeit zu maximieren. Gold und Level sind online mehr oder weniger eine Funktion der Zeit , und plötzlich ist jeder der Level 300 im Juwelenschleifen haben will, recht glücklich damit, absurde Mengen an Gold für Materialien zu bezahlen, anstatt selber durch die Gegend zu rennen und mit einer Spitzhacke auf Steine einzuschlagen.
Das witzige ist, dass wenn man dies erst einmal begriffen hat, man es ausbeuten kann. I weiß, dass ich in meinem wirklichen Leben historisch betrachtet immer reicher an Zeit als an Geld war. Also kaufte ich günstige Gebackene Bohnen und bastelte und spielte mit jedem Deck unter dieser Sonne. Nun habe ich ein wenig mehr Geld und etwas weniger Zeit, also versuche ich den Spaß in der Zeit zu optimieren, die ich dafür habe. Glücklicherweise kann ich mir leisten das zu tun. In World of Warcraft bedeutet das, dass ich normalerwise glücklich bin, ein wenig mehr Gold für irgendwelches Zeug zu bezahlen, damit ich mehr Zeit habe um sie in den neuen Instanzen verbringen oder einfach meinen Spaß zu haben.
Im WoW TCG ist es ein großartiger Weg euer Spiel zu verbessern, wenn ihr in Begriffen von Zeit denkt. Spiele dauern nicht ewig, auch wenn Paladine einem manchmal das Gefühl geben, dass es anders wäre. Grundsätzlich betrachtet haben sie erst einmal drei Abschnitte: das frühe, das mittlere und das späte Spiel. Am Ende des späten Spiels, wenn alles nach Plan geht, sollte das Spiel mit euch als Gewinner enden.
Das witzige an der Sache ist, dass es für jedes Deck und seinen Plan zu gewinnen, vollkommen unterschiedlich ist in welchem Zug sie in welchen Abschnitt gehen. Wenn ich ein Jäger Deck spiele, dann werde ich versuchen zu gewinnen, während mein Gegner sich noch im frühen oder mittleren Spiel glaubt. Ich werde meine Ressourcen ausbeuten, wild Verbündete nutzen und ganz generell mit unverholenem Hunger an die Kehle gehen. Spiele ich aber im Gegensatz dazu ein Kontrolldeck, mit König Magni Bronzebeard und einem Haufen Verteidiger, dann kann mein frühes Spiel sich bis in Zug 4 ziehen, wenn ich zwar fast alle meine Karten spielen kann, aber noch immer damit beschäftigt bin, meine Feldposition zu stärken. Das mittlere Spiel würde sich ziemlich in die Länge ziehen, da ich schwer damit beschäftigt bin mit Beschützern und Verbündeten mit interessanten Fähigkeiten, das Feld an sich zu greifen. Das späte Spiel in dem König
Magni zeigen kann wie er zu seinem Titel gekommen ist (gut, vermutlich hat er ihn geerbt, aber ihr wisst was ich meine), kann sich bis in Zug 11 oder 12 hinziehen.
Die Kostenkurve eures Decks sollte einen guten Eindruck davon bieten, wie lange ihr das Spiel idealerweise dauern lassen wollt. Wenn ihr versuchen wollt super aggressiv zu sein, dann lasst die sechser Charaktere zu Hause. Wenn euer Plan aufgeht, dann solltet ihr nicht mehr als einen einzigen Zug haben, in dem ihr ihn überhaupt ausspielen könntet. Wenn das nicht so funktioniert, dann solltet ihr entweder das Deck oder euren Plan ändern. Wenn ihr eher etwas defensiver seid, nun, dann werden die Dinge schwieriger.
Es gibt eine natürliche Spannung in den Constructed Formaten, zwischen den schnellsten Aggro-Decks und den langsamsten Kontrolldecks. Die Kontrolldecks müssen immer noch in der Lage sein, gegen die schnellen Decks zu gewinnen. Aus diesem Grund benötigen sie Zugeständnisse an das frühe Spiel. Oft bedeutet das günstige Beschützer wie Wächter Steelhorn und Verrückter Igvand, wenngleich manchmal Welle der Heilung oder eine vergleichbare Karte ausreichen um den schnellen Start eines eifrigen Gegners auszugleichen. Die große Stärke der schnellen Decks besteht darin, dass sie ihre Kosten fast ausschließlich auf niedrige Kosten auslegen, sie können nicht groß anders als Karten zu ziehen, die sie von Beginn des Spiels an nutzen können. Das selbe kann man aber nicht über die Kontrolldecks sagen, die nicht anders können, als sich ein wenig weiter zu verteilen, da sie das Spiel über eine Menge mehr Züge ausdehnen. Sie gleichen dies dadurch wieder aus, dass sie deutlich mächtigere Karten (mit höheren Kosten), in den späteren Zügen spielen. Die große Frage ist: Können diese Karte die Initiative wiedergewinnen, die sie am Beginn des Spiels ganz sicher nicht hatten.
Persönlich bevorzuge ich es, Decks zu spielen, die entweder alles auf eine Karte setzen und versuchen super schnell zu gewinnen, oder die wirklich mächtige Effekte im späten Spiel bringen. Irgendwo in der Mitte zu hängen bedeutet zwar, dass ihr gegen beides spielen könnte, aber ihr werdet weder kaum so viele bombastische Siege entweder durch pure Geschwindigkeit oder die Macht spielverändernder Karten erringen. Was auch immer ich spiele wird vermutlich das sein, das gerade dazu tendiert das andere zu schlagen. Wie ich schon vorher gesagt habe, es geht darum meinen Spass zu maximieren und, in der Tat, auch meine Siege.
Das nächste Mal wenn ihr ein Deck baut, empfehle ich euch in das eine oder das andere Extrem zu gehen. Würdet ihr eher Kagra vom Wegekreuz spielen und einfach auf den Gegner einschlagen, oder euch eher genug Zeit erkaufen, damit ihr mit Melgy Pingzot Unsinn anstellen könnt? Ein bischen mehr Zeit beim Deckbau zu investieren, bedeutet, dass ihr die ganze Zeit über eine gute Zeit haben könnt.
Habt Spaß und Glück,
Tim “Die Zeit ist gegen mich” Willoughby
Tim hat in dieser Woche viel zu viel Zeit mit Arbeit verbracht und nicht annähernd genug mit spielen. Manchmal passiert das. Glücklicherweise verdient er eine Menge Geld, mit dem er sein kleines Herzchen über das Wochende auskurieren kann. Auf die eine oder andere Weise gewinnen wir alle.