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Von Anfang An: Kartenvorteil
By Upper Deck
1/24/2007

In den nächsten paar Wochen werde ich mir die Zeit nehmen und einige der grundlegenden Theorien hinter TCGs in Augenschein nehmen.

Willkommen zurück! Im letzten Jahr habe ich diese Kolumne genutzt, um neue Spieler in die Grundlagen von TCGs als Hobby einzuführen. Wir haben uns alles angesehen, von den grundlegenden Prinzipien, die das Spiel zu so einem Spaß machen, bis hin zu Dingen wie Mischen, dem Entwickeln von Strategien und der Seltenheit von Karten. Wenn ihr neue Leser seid und noch nie etwas mit Sammelkartenspielen zu tun hattet, blättert ein wenig in den Archiven zurück und seht euch meine vorherigen Artikel an – sie werden euch helfen, einen guten Start zu haben

Nun, da wir die Grundlagen hinter uns haben, werde ich einige Dinge ein wenig aufwerten. In den nächsten paar Wochen werde ich mir die Zeit nehmen und einige der grundlegenden Theorien hinter TCGs in Augenschein nehmen. Ich werde einige der unterschiedlichen Blickwinkel aufzeigen aus denen man das Spiel betrachten kann, und ich werde alle diese Dinge auf World of Warcraft beziehen, so dass ihr die Theorie unmittelbar einsetzen könnt, um euer Spiel zu verbessern. Auch wenn es ein wenig verquer erscheinen mag ein Kartenspiel aus einer wissenschaftlichen Perspektive zu betrachten, gibt es doch einige Schlüsselmodelle, die euch helfen können zu erklären was in euren Spielen vor sich geht. TCGs sind kompliziert und indem ihr übergeordnete Modelle darauf bezieht, könnt ihr Spielsituationen besser einschätzen und bessere Entscheidungen treffen.

Was uns zum heutigen Thema bringt: Kartenvorteil

Was ist das ?

Wenn ihr einen Blick in die Foren geworfen habt, werdet ihr verschiedene Begriffe in Verwendung gesehen haben: „Hand Vorteil“ „Feldvorteil“ und „Kartenvorteil“. Während einige Leute sie vielleicht austauschbar benutzen oder einfach von Vorteil sprechen, handelt es sich dabei um drei grundsätzlich unterschiedliche Dinge und es ist wichtig jedes einzelne davon zu verstehen.

Was jeder dieser drei Begriffe erst einmal beschreibt ist „Präsenz“: das Vorhandensein von Karten an uterschiedlichen Aufenthaltsorten im Spiel. Feldpräsenz bezieht sich auf die Karten die sich im Spiel befinden, wie etwa Verbündete und Andauernde Fähigkeiten. Handpräsenz bezieht sich auf die Karten die ihr in eurer Hand habt, und Kartenpräsenz ist ein übergeordneter Begriff, der sie beide miteinander vereint. Wenn ihr eure Karten zählt, um eine Zahl für diesen Wert zu ermitteln, lassst beim zählen euren Helden und die Karten in der Ressourcenreihe außen vor. Das warum werde ich euch ein wenig später erklären, aber laßt uns erst einmal sicherstellen, dass wir alle auf dem selben Stand sind. Hier ein schnelles Beispiel um alle drei Dinge zu beschreiben.

Es ist die Aktionsphase meines vierten Zuges und da ich angefangen habe, habe ich bisher nur 3 Karten zu meiner Starthand hinzugezogen. Ich habe drei Karten in meiner Ressourcenreihe plaziert und ich habe zwei Verbündete und eine Waffe im Spiel. Mit verbleiben vier Karten in meiner Hand.

Kurzes zählen läßt mich mein Feld, meine Hand und die Summe meiner Karten aufrechnen. Da ich zwei Verbündete und eine Waffe im Spiel habe, habe ich eine Feldpräsenz von 3 Karten. Ich habe 4 Karten in meiner Hand, also habe ich eine Handpräsenz von vier. Wenn ich beide Zusammenzähle komme ich auf eine Kartenpräsenz von sieben (ich zähle weder meinen Helden, noch meine Ressourcen). Obwohl Quests und Helden wertvolle Effekte haben, beeinflussen sie das Spiel auf eine andere Weise und haben meist einen geringeren Einfluß auf das Spiel, als das was ihr im Feld ausspielt. Wir werden ihre Relation in diesem System in einigen Wochen besprechen, aber fürs erste will ich erst einmal die Grundlagen einhämmern.

Also, warum sind es diese Zahlen Wert berechnet zu werden? Das bestimmen der Präsenz hilft euch, die generelle Reichweite eurer Möglichkeiten abzuschätzen; wenn ihr eine große Kartenpräsenz habt, habt ihr üblicherweise viele Optionen, während, wenn ihr eine sehr kleine Kartenpräsenz habt, eure Auswahlmöglichkeiten ziemlich eingeschränkt sind. Nicht jede Karte die ihr kontrolliert wird sinnvoll sein. Hohe Ressourcenkosten oder ein situationsabhängiger Effekt, können euch davon abhalten eine Karte zu nutzen, also kann euch einfaches Abzählen nicht gleich alles über das Spiel verraten. Aber es kann euch helfen eine Übersicht über die Dinge zu wahren, und verschiedene Decks spielen mit unterschiedlichen Zielen im Hinblick auf ihre Präsenz. Ein Hexenmeister oder Schattenpriester Deck, dass sich darauf konzentriert die Aktionen des Gegners zu unterbinden, wird sich vielleicht entscheiden eine große Präsenz zu halten und hauptsächlich in die Hand zu investieren, anstatt in das Feld. Machtvolle Sofort-Fähigkeiten werden so zu einer Bedrohung. Ein Elendril Ansturm Deck wird vermutlich das genau Gegenteil tun und Karten gegen Schaden tauschen, wann immer sich ihm die Möglichkeit dazu bietet. Diese generellen Informationen können dir helfen eine Partie auszuwerten, noch während du sie spielst und das ist der Grund aus dem diese Zahlen wertvoll sind.

Das ist großartig und ich habe noch nicht einmal ein Wort über Kartenvorteil verloren

Recht habt ihr! Aber ich komm noch dazu, versprochen! Nun, da ihr das grundsätzliche Modell versteht und wie es sich direkt auf euch bezieht, seit ihr bereit es auf beide Seiten des Tisches anzuwenden. Berechnet eure Kartenpräsenz um einen Eindruck davon zu bekommen wie es um eure Möglichkeiten bestellt ist und dann tut das selbe für euren Gegner um einen Eindruck von seinen zu bekommen. Vergleiche diese beiden Zahlen und plötzlich hast du einen Maßstab dafür, wie sich deine Stärke zu der deines Gegners verhält. Wenn du mehr Karten hast wist du in aller Regel liberale Spielzüge machen können, da du mehr Karten investieren kannst. Du wirst eine bessere Chance haben das Spiel zu kontrollieren, da du aggressiver spielen kannst. Wenn der Gegner eine Aktion unternimmt wirst du eine größere Chance haben darauf vorbereitet zu sein. Nehmt einmal das folgende Beispiel:

Beide Spieler haben drei Karten in der Hand und zwei Verbündete im Spiel. Du spielst als Grennan Stormspeaker und in Zug 5 spielst du einen Kettenblitz um beide gegnerischen Verbündeten zu zerstören. Ihr habt eine von deinen Karten aufgewendet, um zwei deines Gegners zu vernichten. Ihr habt nun vier Karten im Gegensatz zu den drei deines Gegners.

Wenn ihr in einer günstigen Situation seid, habt ihr „Kartenvorteil“ – eine größere zusammengesetzte Kartengegenwart als dein Gegner. Ihr habt mehr Möglichkeiten als euer Gegner, und das ist üblicherweise eine gute Formel um das Spiel zu gewinnen.
Da sind allerdings Fallgruben, die über dieses einfache mathematische System hinausgehen: Du kannst sieben Karten haben im Gegensatz zu den 5 deines Gegners, aber wenn zwei dieser Karten nutzlos sind, seit ihr technisch auf dem selben Niveau. Aber diese Situationen halten üblicherweise nicht lange an und ein Gegner der sich ausschließlich auf dieses System verläßt um ein Risiko einzuschätzen, wird niemals wissen können, wie viele eurer Karten im Moment nützlich sind. Das ist der Punkt an dem simples zählen zu den berühmten Gedankenspielen wird, zu Strategie und Taktik und dem bluffen das wir alle so lieben. Es ist ein einfaches System und so lange ihr das im Blick behaltet und euch nicht zu sehr darauf verlasst kann es sehr wertvoll sein.

Kartenvorteil erzeugen

Also, Kartenvorteil ist gut, weil es bedeutet das ihr mehr Möglichkeiten habt, als der andere Spieler. Aber wie kommt ihr in diese Situation? Erst einmal gibt es einige ziemlich direkte Wege dies zu erreichen.

Die einfachsten Karten hierbei sind Karten die nichts anderes machen als Kartenvorteil zu erzeugen. Manaachat und Aderlass lassen euch beide je zwei Karten ziehen und werden im Zuge dessen auf den Friedhof gelegt. Ihr habt eine Karte verloren, aber dafür zwei bekommen, was im Endeffekt eine gewonnene Karte bedeutet. Ziemlich einfache Sache, was?

Eine der grundsätzlichsten Methoden Kartenvorteil zu erzeugen ist, Verbündete im Kampf zu vernichten. Wenn beide Spieler einen Verbündeten kontrollieren und eurer den Kampf überlebt, während der des Gegners zerstört wird, habt ihr gerade eine Karte Vorteil erzeugt – er hat eine Karte verloren und ihr nicht.
Große Verbündete mit großer Gesundheit und wenig ANG sind toll um viele kleine Charaktere zu erledigen; wenn du einen erledigen kannst und dein Gegner eine Fähigkeit oder einen weiteren Verbündeten einsetzen muß, um ihn loszuwerden, habt ihr gerade zwei seiner Karten gegen eine von euch getauscht. Die meisten Decks werden in der Lage sein, so einen Tausch von Zeit zu Zeit vorzunehmen und ein guter Spieler wird sorgsam auf die Möglichkeiten achten, an denen sich ihnen diese Möglichkeit bietet, ganz egal was sein strategischer Ansatz auch sonst sein mag.

Gleiches gilt für globale Schadensfähigkeiten wie Frostnova oder Flammenschlag. Wie ich beim Kettenblitz schon angemerkt habe, wenn du zwei Karten mit einer zerstören kannst, habt ihr einfach mal eine Karte Vorteil geschaffen. Tatsächlich ist globaler Schaden gerade erst der Anfang! Karten wie Schattenblitz und Gedankenstachel sind alle designed worden mit der Fähigkeit eine Karte abwerfen zu lassen, während sie gleichzeitig die Fähigkeit haben einen kleineren Verbündeten zu zerstören – was einen einfachen zwei zu eins tausch ermöglicht. Karten die Schaden machen und sich selber ersetzen wir Sternenfeuer und Arkaner Schuß können das selbe.

Einige Karten sind erneuerbare Quellen von Kartenvorteil, indem sie den Gegner entweder wiederholt zwingen Karten abzuwerfen (wie etwa Hypnotische Klinge) oder indem sie dir eine erneuerbare Quelle von Extrakarten bieten, wie etwa Siegel der Weisheit. Schützt und benutzt sie effektiv und ihr könnt schnell die Kontrolle über das Spiel gewinnen.

Eine weitere Quelle von erneuerbarem Kartenvorteil ist euer Held. Ähnlich wie ein Verbündeter abgetauscht werden kann, um im Kampf Kartenvorteil zu erlangen, so könnt ihr jederzeit ein wenig von der Gesundheit eures Helden eintauschen, ihm eine Waffe in die Hand drücken und ihn gegen die Untergebenen des Gegners ins Feld schicken. Is es das Wert, Langlebigkeit gegen Karten zu tauschen? Diese Frage kann sehr einfach oder sehr schwer zu beantworten sein, abhängig von der Situation.

Wer möchte ein wenig Kartenvorteil?

Manchmal ist es nicht einfach nur eine Entscheidung die von der Situation abhängt. So ziemlich jedes Deck bevorzugt es Kartenvorteil gegenüber dem Gegner zu haben, aber die Wichtigkeit dessen wird in hohem Masse von eurer Kernstrategie abhängen. Wenn ich ein Hexenmeisterdeck bauen würde, das mit Essenz stehlen und Schattenblitz die Möglichkeiten des Gegners eliminiert, hätte ich vermutlich das Ziel eine Höllenbestie zu legen, um das Ende des Spiels zu gewinnen. In dem Fall würde ich jederzeit ein wenig von der Gesundheit meines Helden gegen Kartenvorteil mit Aderlass eintauschen. Mehr Karten bedeutet hier, dass ich schneller an den Punkt komme an dem ich meine Siegbedingung sehe.

Auf der anderen Seite könnte ich ein Schurken Deck spielen, dass sich darauf konzentriert große Combos zu spielen, um Ausweiden zu verbessern. In dem Fall würde meine eher langsame Strategie und und das eher schwache Sortiment an Rüstung die mir zur Verfügung steht, mich vermutlich davon abhalten meinen Helden gegen gegnerische Verbündete ins Spiel zu schicken. Ich bin nicht im selben Maße davon abhängig Kartenvorteil zu erzeugen, da ich Verzögerungsmöglichkeiten habe. Ich muß nur sicher stellen, dass sie nicht sterben, bevor ich zum großen Finale ansetze.

Das soll nicht heißen, dass das Hexenmeister Deck sich nicht um seine Verteidigung kümmert, oder dass das Schurken Deck etwas gegen Kartenvorteil hätte. Aber es gibt Prioritäten, die in jeder Strategie ein wenig anders sind. Zu verstehen, wo der Kartenvorteil in eurem Deck anzusiedeln ist, ist unabdingbar notwendig, denn es hilft euch kurzfristig die richtigen Entscheidungen zu treffen, was euch langfristig vermutlich das Spiel gewinnen wird. Wann immer ihr ein neues Deck baut, macht euch klar, welche Bedeutung Kartenvorteil für euren übergeordneten Plan hat.

Ein Wort der Warnung

Nachdem ich nun die Grundlagen des Kartenvorteils umrissen habe, müssen wir einen Punkt noch einmal in unsere Gedanken rufen: während das mathematische System, eine grundlegende Fähigkeit ist, ist es doch nur einer von vielen Punkten die einen guten Spieler ausmachen. Ausgewogenheit ist der Schlüssel, und wenn ihr euch nur darauf konzentriert Karten anzusammeln, werdet ihr feststellen, dass ihr eine ganze Reihe von Spielen verlieren werdet. Kartenvorteil ist niemals das schlußendliche Ziel; ihr werdet das Spiel nicht einfach dadurch gewinnen, dass ihr eine Quadrillionen Karten mehr habt als euer Gegner. Sicher kann es verlockend sein, sich auf ein derart einfaches System zu stützen, aber da sind noch eine Menge äußerer Faktoren, die den Wert der Zahlen beeinflussen, auf die ihr gekommen seit. Das System selber kann auf verschiedenen Wegen ausgelegt werden und die wahre Meisterschaft liegt in der Interpretation und dem Verständnis ihrer wandelbaren Werte.

Wenn ihr diese Fragestellung nicht im Hinterkopf habt, wenn ihr das WoW Sammelkartenspiel spielt, probiert es einfach mal aus. Bevor ihr einen Angriff startet oder eine Schaden verusachende Karte spielt, geht einfach mal die Möglichkeiten durch und schaut euch an welche euch den meisten Kartenvorteil bringen oder kosten. Ihr werdet erstaunt sein über den drastischen Vorteil in eurer Gewinnstatistik.